Mai 24, 2024 By Dr. Eva Roser

Planetary Health & Green Care

Du hast noch nie von Planetary Health gehört?
Kein Problem, wir erklären es Dir.

Planetary Health, oder im Deutschen “Planetare Gesundheit”, betont die essentielle Verbindung zwischen der Gesundheit unserer menschlichen Zivilisation, also jedes und jeder Einzelnen von uns und der Stabilität der natürlichen Systeme unseres Planeten. 


In diesem Sinne sollten wir in Harmonie mit der Erde leben, da unser Wohlbefinden untrennbar mit der Gesundheit unseres Planeten verknüpft ist.

Klimawandel, Umweltverschmutzung, Entwaldung, Verlust von Artenvielfalt und nicht nachhaltige Landnutzungspraktiken wirken sich tiefgreifend auf die menschliche Gesundheit aus. Es kommt zu Krankheiten, Mangelernährung und psychischen Belastungszuständen. Indem wir unseren Energieverbrauch reduzieren, Abfall minimieren, nachhaltige Ernährungssysteme unterstützen und uns für politische Maßnahmen einsetzen, die Umwelt und öffentliche Gesundheit schützen, tragen wir wesentlich zum Erhalt unseres Planeten, aber auch unserer eigenen Gesundheit und der Gesundheit unserer Familie bei. Zudem fördert eine gute Bindung zur Natur das Bewusstsein für die Schutzwürdigkeit unserer Umwelt. Jeder von uns kann durch bewusste Entscheidungen, die sowohl unser eigenes Wohlbefinden als auch das unserer Umwelt fördern, zu einer gesünderen, nachhaltigeren Welt beitragen. Die tägliche Praxis zeigt, wie wir durch einfache Anpassungen unserer Routinen die Prinzipien des Planetary Health leben und damit unsere eigene Gesundheit erhalten und verbessern können.

Ok, Du fragst Dich nun, wie das konkret gehen soll? Um Deine Verbindung zur Natur zu fördern und damit etwas für deine Gesundheit und auch nachhaltig etwas für den Planeten zu tun, gibt es verschiedene Möglichkeiten und Praktiken. Mehr dazu erfährst Du über die Auswahl Deiner Lebensphase und unsere Green Care Cards. 

Wir möchten Dir aber einen weiteren sehr wichtigen Pfeiler des Planetary Health vorstellen. Die sogenannte Planetary Health Diet.

Die Planetary Health Diet ist ein Ernährungskonzept, das entwickelt wurde, um die Gesundheit der Menschen und die des Planeten gleichzeitig zu fördern. Diese Ernährungsweise basiert auf der Idee, dass wir durch die Auswahl unserer Lebensmittel direkt dazu beitragen können, Umweltprobleme wie Klimawandel, Wassermangel und den Verlust von Biodiversität zu bekämpfen. Ein Hauptziel ist es, den Fleischkonsum, insbesondere den von rotem Fleisch, zu reduzieren, da die Viehzucht eine der Hauptquellen für Treibhausgasemissionen ist. Stattdessen wird empfohlen, mehr pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Früchte, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen zu konsumieren. Die Nahrungsmittel einer Planetary Health Diet sind nicht nur wegen ihrer geringeren Umweltauswirkungen zu bevorzugen, sondern auch, weil sie reich an wichtigen Nährstoffen und gut für Deine Gesundheit sind. Eine Planetary Heath Diet schlägt außerdem vor, den Verzehr von Milchprodukten zu reduzieren und möglichst auf Produkte zurückzugreifen, die nachhaltig produziert werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung, durch bewusstes Einkaufen und Essen. Produkte sollten außerdem regional und saisonal bezogen werden.

Hier nochmal unsere zehn wichtigsten Bullet Points zur Planetary Health Diet:
  1. Reduziere Deinen Fleischkonsum: Insbesondere rotes und verarbeitetes Fleisch solltest Du einschränken.
  2. Iss mehr pflanzliche Lebensmittel: Erhöhe Deinen Verzehr von Gemüse, Früchten, Hülsenfrüchten, Nüssen.
  3. Wähle nachhaltige Lebensmittel: Bevorzuge unter anderem pflanzliche Proteine und nachhaltig gefangenen Fisch oder ökologisch produziertes Geflügel.
  4. Integriere reichlich Vollkornprodukte in Deine Ernährung: Diese sind nicht nur gut für Deine Gesundheit, sondern auch besser für den Planeten als raffinierte Getreideprodukte.
  5. Minimiere den Konsum verarbeiteter Lebensmittel: Versuche, stark verarbeitete Snacks, Fertiggerichte und zuckergesüßte Getränke zu meiden. 
  6. Reduziere Lebensmittelverschwendung: Plane Deine Mahlzeiten im Voraus, bewahre Reste richtig auf und verwerte sie wieder, um die Menge an Lebensmittelabfällen zu minimieren.
  7. Genieße Milchprodukte in Maßen: Wähle vorzugsweise Produkte aus ökologischer Landwirtschaft und konsumiere sie in moderaten Mengen.
  8. Trinke Wasser anstelle von gesüßten Getränken: Wasser ist die umweltfreundlichste Wahl für Deine Hydratation und zudem gesundheitlich empfehlenswert.
  9. Kaufe saisonale Lebensmittel: Indem Du Obst und Gemüse kaufst, das gerade Saison hat, unterstützt Du nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern reduzierst auch Transportwege und -kosten.
  10. Fördere und unterstütze die regionale Landwirtschaft: Engagiere Dich für oder kaufe von Betrieben und Organisationen, die sich für nachhaltige Landwirtschaftspraktiken einsetzen und bevorzuge regionale Produkte, um die lokale Wirtschaft zu stärken und die Umweltbelastung zu minimieren.

Ganz schön anstrengend und zudem einschränkend? Vielleicht kannst Du einen dieser Punkte wählen und damit beginnen und dann einfach mal weiter schauen. Wir finden: auf das Bewusstsein kommt es an. Mit einer Planetary Health Diet kannst du aktiv dazu beitragen, die natürlichen Ressourcen unserer Erde zu schonen und eine lebenswerte Zukunft für kommende Generationen zu sichern und du tust etwas richtig Gutes für Deine eigene Gesundheit. 

Um ein bisschen konkreter zu werden, haben wir dir drei Rezepte zusammengestellt, die den Grundsätzen einer Planetary Health Diet folgen und auch noch super lecker sind!

Probiere sie aus und frag uns gerne jederzeit dazu!

Haferflocken-Bowl mit frischen Früchten und Nüssen
Dieses Frühstück ist super nahrhaft und sättigend zugleich. Die Zutaten sind pflanzlich, voller Vitamine und Mineralien.

Was Du brauchst:

  • 100 g Haferflocken
  • 300 ml Mandel- oder Hafermilch
  • 1 reife Banane, in Scheiben geschnitten
  • Eine Handvoll Blaubeeren
  • Eine Handvoll Erdbeeren, halbiert
  • 1 EL Chiasamen
  • 1 EL gehackte Nüsse (z.B. Walnüsse oder Mandeln)
  • 1 TL Honig oder Ahornsirup (optional)
  • Eine Prise Zimt
Wie Du es machst:
  1. Die Haferflocken zusammen mit der Mandel- oder Hafermilch in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Dann die Hitze reduzieren und unter gelegentlichem Rühren 5-7 Minuten köcheln lassen, bis die Haferflocken weich sind und die Milch größtenteils aufgesogen haben.
  2. Während die Haferflocken kochen, die Banane und die anderen Früchte vorbereiten.
  3. Die gekochten Haferflocken in eine Schüssel geben und mit Bananenscheiben, Blaubeeren, Erdbeeren und Chiasamen garnieren.
  4. Gehackte Nüsse darüber streuen und, falls gewünscht, mit einem Teelöffel Honig oder Ahornsirup süßen.
  5. Zum Schluss eine Prise Zimt darübergeben für extra Geschmack und Aroma.

Gerösteter Gemüse-Quinoa-Salat
Dieser Salat, eignet sich wunderbar zum Meal Prep und ist einfach zuzubereiten und außerdem sehr nährstoffreich.

Was Du braucht:

  • 1 Tasse Quinoa
  • 1 kleine Zucchini, in Scheiben geschnitten
  • 1 rote Paprika, in Streifen geschnitten
  • 1 kleine rote Zwiebel, in Spalten geschnitten
  • 1 Karotte, in dünne Scheiben geschnitten
  • Olivenöl
  • Saft einer Limette
  • Frische Kräuter wie Petersilie oder Basilikum
  • Salz und Pfeffer
Wie Du es machst:
  1. Quinoa nach Packungsanweisung kochen und abkühlen lassen.
  2. Gemüse mit etwas Olivenöl mischen und auf einem Backblech bei 200 °C für etwa 20 Minuten rösten, bis es weich und leicht karamellisiert ist.
  3. Das geröstete Gemüse in eine große Schüssel geben, Quinoa, Limettensaft, frische Kräuter und zusätzliches Olivenöl hinzufügen.
  4. Alles gut vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

 

Linsen-Kürbis-Curry
Curry, ein Klassiker, den wir lieben. Geht als leichtes Abendessen oder mit Reis oder Kartoffeln auch als nahrhaftes Mittagessen.

Was Du brauchst:
  • 1 kleiner Hokkaido-Kürbis, gewürfelt
  • 200 g rote Linsen
  • 1 Zwiebel, gewürfelt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 1 EL Currypulver
  • 400 ml Kokosmilch
  • 400 ml Gemüsebrühe
  • Frischer Koriander, zum Garnieren
  • Salz und Pfeffer
  • Olivenöl
Wie Du es machst:
  1. Zwiebel und Knoblauch in einem Topf mit etwas Olivenöl anbraten, bis sie weich sind.
  2. Currypulver hinzufügen und kurz mitrösten.
  3. Kürbiswürfel und rote Linsen dazugeben, mit Kokosmilch und Gemüsebrühe aufgießen.
  4. Das Ganze zum Kochen bringen und bei mittlerer Hitze 20 Minuten köcheln lassen, bis der Kürbis weich und die Linsen gar sind.
  5. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit frischem Koriander garnieren.

Beitrag von

Dr. Eva Roser

Ärztin, Schwerpunkt Gynäkologie und Onkologie