Yoga - Ein Mind-Body-Verfahren mit Kult-Status

Yoga ist bereits seit Jahrtausenden Teil des traditionellen Medizinsystems Ayurveda. Der positive Effekt von Yoga ist aber auch wissenschaftlich erwiesen...

Was ist das? 

Yoga ist den meisten Menschen heute als Sportart bekannt und ist mittlerweile als solche weit verbreitet. Das war aber nicht immer so.

Yoga kommt eigentlich aus Indien, ist sehr stark mit der Traditionellen Indischen Medizin (Ayurveda) verbunden und wird in Indien bereits seit mehreren tausenden Jahren praktiziert. Zu Beginn war Yoga ein Kult und einem Gebet sehr ähnlich. 

Yoga besteht generell aus drei Bestandteilen:

  • Bewegung (Asanas)
  • Atmung (Pranayama)
  • Meditation

Die Bewegung ist dabei das, was man heute in den Yogastudios praktiziert.

Atmung und Meditation sind etwas schwerer zu erlernen und fallen deshalb meistens weg, sind aber extrem wichtig. Yoga kann also auch sehr sanft sein und den Fokus mehr auf die Atmung und die Meditation legen.

Gerade, wenn man sich während einer Krebstherapie nicht hundertprozentig wohl fühlt, sind sanftere Varianten des Yogas wie Yin oder Hatha Yoga möglicherweise hilfreich.

Wofür kann es genutzt werden? 

Yoga kann als integrativer Ansatz sehr wertvoll sein. Als fast einziges komplementäres Verfahren hat man für Yoga eine breite Evidenz, die den Nutzen bei Depressivität, Ängsten, Fatigue, Chemobrain und Durchschlafstörungenzeigt und nachweislich die Lebensqualität während einer Krebstherapie verbessert.

Auch wenn es auf körperliche Symptome in manchen Studien keinen Einfluss hatte, ist die Methode sanft und hat nur sehr geringe Risiken. 

Studienlage & Evidenz 

Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien, die den positiven Effekt von Yoga auf die Lebensqualität nachweisen.

Das sagt z.B. die Leitlinie:Yoga hilft bei Ängsten, Angststörungen, Depressivität, Fatigue, kognitiven Einschränkungen (Chemobrain) und Durchschlafstörungen und sollte empfohlen werden.”

Wie kann ich es anwenden?

Yoga wird in fast jedem Fitnessstudio angeboten. Es gibt auch spezielles onkologisches Yoga, die Krankenkasse übernimmt dies in der Regel jedoch nicht.

Für einfache Yoga-Flows gibt es hervorragende Videos im Internet, bspw. Youtube. Schau dir doch mal die Videos von Mady Morrison an: hier.

Quellen: 
Komplementärmedizin bei onkologischen PatientInnen | Langversion 1 | September 21 © Leitlinienprogramm Onkologie | .1 20
Anestin, A. S., Dupuis, G., Lanctot, D., & Bali, M. (2017). The effects of the bali yoga program for breast cancer patients on chemotherapy-induced nausea and vomiting: Results of a partially randomized and blinded controlled trial. J Evid Based Complementary Altern Med, 22(4), 721-730 
Bower, J. E., Garet, D., Sternlieb, B., Ganz, P. A., Irwin, M. R., Olmstead, R., & Greendale, G. (2012). Yoga for persistent fatigue in breast cancer survivors: a randomized controlled trial. Cancer, 118(15), 3766-3775