Mentale Stärke aufbauen - Das steckt dahinter

Dein Geist hat nachgewiesenen Einfluss auf deinen Körper. Hier erfährst du wie die Verbindung funktioniert und wie du sie lenken kannst.

Das Thema Meditation, gezielte Entspannung und mentale Gesundheit wird in letzter Zeit viel diskutiert und hat an Bedeutung gewonnen. 

Vielleicht bist du in dem Thema bereits bewandert oder hast schon mal die ein oder andere Meditation ausprobiert. Vielleicht fragst du dich auch:  Brauche ich das? Bringt das wirklich was? Für was ist das gut?

Wir beantworten dir diese Fragen und erklären dir, wie die gezielte Entspannung deines Geistes direkt mit deinem vegetativen Nervensystem und deinen Körperfunktionen zusammenhängt.

Der Vagusnerv  

Um zu verstehen wie Gehirn und Psyche zusammenhängen, wollen wir dir deinen längsten Hirnnerv vorstellen: Den Vagusnerv 

Er verläuft von deinem Stammhirn in den Kehlkopf und Brustraum und verästelt sich von dort zu fast allen inneren Organen wie Herz, Lunge, Magen, Bauchspeicheldrüse, Darm und weiteren Organen. 

Er ist Teil deines vegetativen oder autonomen Nervensystems, also dem Teil deines Nervensystems, das unbewusste Abläufe steuert. (z.B. Herzschlag, Verdauung, Blutdruck, etc.).  

Das vegetative Nervensystems wird in Sympathikus und Parasympathikus unterteilt. Der Sympathikus sorgt für eine Leistungssteigerung, also z.B. in Notfallsituationen oder unter Stress. Der Parasympathikus sorgt für Ruhe und Entspannung und verdaut Nahrung, um Energie bereitzustellen. 

Der Vagusnerv ist zentrales Steuerungselement des parasympathischen Nervensystems und nimmt damit auf nahezu alle unbewusst ablaufenden Körperfunktionen Einfluss. Er ist sozusagen die Schnittstelle zwischen deinem Gehirn und deinen Organen. 

Was heißt das also für dich und die Frage, was Entspannung bewirken kann? 

Wenn wir Einfluss auf den Vagusnerv nehmen können, können wir auch Einfluss auf den Rest von unserem Körper nehmen und seine ausgleichende Wirkung auf unsere Organe gezielt nutzen. 

Dein Vagusnerv kann stark ausgeprägt sein oder schwach. Wenn er stark ausgeprägt ist, kann sich der Körper gut von Stress erholen, wenn er schwach ausgeprägt ist, kann er Entzündungen mit sich bringen und anfälliger für Krankheiten machen. 

Die gute Nachricht: Wir können unseren Vagusnerv gezielt aktivieren, z.B. mit Entspannungs- und Atemübungen. Damit kannst du Einfluss auf ganz viele Steuerprozesse im Körper und psychosomatische Nebenwirkungen nehmen. 

Du sitzt also direkt an der Quelle. Cool, oder? 

Entspannungsübungen und Atemtechniken

Die Fähigkeit, sich bewusst mittels gezielter Atemtechniken zu entspannen, ist sozusagen das Fundament, mit dem du mentale Stärke aufbauen kannst. 

Aus dieser Grundfähigkeit bauen sich alle weiteren Methoden auf, die dir dabei helfen, bewusst zu entspannen und Stress und Nervosität abzubauen.

Es kommt vermutlich gerade eine körperlich und mental anstrengende Zeit auf dich zu. Je besser du dich auch mental darauf vorbereitest, desto besser kannst du stressige Momente kontrollieren und auch mögliche Nebenwirkungen besser regulieren. 

Um Atemtechniken erfolgreich einzusetzen, braucht es kein professionelles Level, jeder kann es lernen. Stell es dir vor wie eine erste Fahrstunde. Die Atemtechnik ist das Vehikel, das dir die Möglichkeit gibt, dich in verschiedensten Situationen zu beruhigen. 

Aber die erste Fahrstunde während einer extremen Stresssituation geht wahrscheinlich schief. Als routinierte Fahrer:in kannst du es dagegen viel besser meistern. 

Deshalb ist es sinnvoll, noch vor der Therapie mit dem Erlernen dieser Grundfähigkeit zu beginnen. Denn es erfordert ein bisschen Übung und auch Regelmäßigkeit, um die Methode auch auf extreme Situationen erfolgreich anzuwenden. 

Damit dir die Methode in Fleisch und Blut übergeht, empfehlen wir ein tägliches Zeitfenster festzulegen, an dem du die Übung durchführst. Das kann z.B. immer vor dem Schlafengehen sein oder immer morgens nach dem Zähne putzen. Such dir einen Zeitpunkt, der für dich gut in deinen Tag integrierbar ist, das muss nicht immer zur selben Uhrzeit sein.